Wie du dich vom traditionellen Finanzsystem unabhängig machen kannst

Wie du dich vom traditionellen Finanzsystem unabhängig machen kannst

Kredite und Versicherungen auf der Blockchain

Hohe Zinsen auf bestimmte Assets sind in der Krypto-Welt nichts Neues mehr, aber ist das schon ein guter Ersatz für das Sparkonto?

Wann brauchen wir eigentlich noch das traditionelle Finanzsystem und was kann die Blockchain heute schon besser?

TL;DR:

  • Du kannst mit Kryptobanken (auch CeDeFi genannt) bereits heute bis zu zweistellige Zinserträge auf deine Krypto-Assets bekommen. Die Projekte sind über Treuhänder in einem gewissen Maße abgesichert und werden durch traditionelle Organe reguliert und überwacht.

  • Wenn du dich für den, per Definition, unregulierten da dezentralen Markt der DeFi-Projekte entscheidest, gibt es derzeit Zinsen im dreistelligen Bereich. Das Risiko steigt dabei natürlich, wobei Risiko auch immer eine Funktion von Zeit ist.

  • Du kannst dich über diverse Projekte, allen voran Nexus Mutual (Whitepaper hier), gegen Risiken aus Smart Contracts, Hacks und Veruntreuung direkt auf der Blockchain absichern.

Einleitung

Schon seit 2017 halte ich einen Teil unseres Vermögens in unterschiedlichen Kryptowährungen. Damals gab es noch recht wenige Anlagemöglichkeiten und ganz ehrlich, habe ich mich auch wenig dafür interessiert, da ich mit meinem Mindset noch fest im traditionellen Finanzsystem (TradFi) verwurzelt war.

Investments in ETFs, Einzelaktien und Immobilien waren damals in meinem Fokus. Ich hatte Newsletter wie z.B. Josef Tenhagens Finanztip abonniert und gelernt wie ich 100€ im Jahr mit dem Wechsel eines Stromanbieters sparen kann.

Seitdem hat sich vieles verändert. Der Krypto-Anteil in unserem Vermögen ist deutlich gestiegen und ich habe angefangen mir Gedanken über eine sinnvolle Anlage und Absicherung zu machen.

DeFi - oder wozu braucht man eigentlich eine Bank?

Wenn du ein bisschen so bist wie ich, dann hast du mindestens ein privates Bankkonto. Darauf landen deine Einnahmen und davon bezahlst du deine Ausgaben. Zumindest das Finanzamt oder andere Behörden brauchen ein SEPA-fähiges Konto.

Vielleicht hast du einen Konsumkredit (kann ich nicht empfehlen) oder einen Kredit für eine Immobilie (kann ich empfehlen), den du von deinem Bankkonto bedienst.

Vermutlich hast du den einen oder anderen ETF oder Einzelaktie in deinem Depot.

Und dann hast du vielleicht noch mindestens eine Kreditkarte um Einkäufe im Internet (oder mittlerweile auch bei Aldi, Rewe, Medimarkt und co.) zu bezahlen und um im Ausland flexibel zu sein.

Anlageberatung lasse ich hier weg, da du spätestens seit dem wunderbaren Blog von Blackwater wissen solltest, dass keine Bank dir jemals eine objektive Anlageberatung geben wird.

Halten wir also diese drei Funktionen einer Bank im Alltag fest:

  1. Teilnahme am SEPA-Geldverkehr (Einnahmen/Ausgaben)

  2. Aufnahme und Tilgung von Krediten

  3. Bereitstellen von Depots für Anlagen am traditionellen Finanzmarkt (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, etc.)

  4. Kreditkarten als Sonderform von Punkt 2

Welche dieser Funktionen sind schon heute in der Kryptowelt nutzbar und welche nutze ich für mich?

Girokonto

Das Girokonto ist bisher schwer zu ersetzen. Es gibt auch keine nennenswerte Innovation in diesem Bereich, außer das Konto in eine Smartphone-App (bunq, Revolut, N26, Fidor, etc.) zu verlagern mit allen Vorteilen, die das mit sich bringt.

Du brauchst ein Konto auf das Gehalt gezahlt wird und deine Bank braucht eins von dem sie Zahlungen für Kredite einzieht.

Hier gibt es bereits vereinzelt Modellprojekte.

Zum Beispiel prüft Miami gerade den Vorschlag ihres Bürgermeisters, Gehälter für Angestellte der Kommunalregierung auf Wunsch in Krypto zu bezahlen.

Ebenfalls soll die Zahlung von Steuern für Bürger von Miami in Krypto ermöglicht werden.

Das sind natürlich Ausreißer und selbst die haben noch keine konkreten Maßnahmen umgesetzt. Dein Girokonto bleibt dir also vermutlich noch ein Weilchen erhalten.

Zwischenfazit

Es bereits Projekte die daran arbeiten Girokonten anzubieten, die mit Kryptowährungen umgehen können, aber es wird vermutlich noch ein Weilchen dauern bis so etwas in Deutschland zugelassen wird.

In den USA kannst du z.B. bereits Kryptowährungen in deiner staatlich subventionierten Altersvorsorge anlegen.

Ich bin gespannt, wann die ersten europäischen Staaten hier auch aktiv werden. Das Thema Rente ist ja ein extrem spannendes für die meisten (heute noch) Angestellten.

Kredite

Banken sind nach wie vor die einzigen Institutionen, die unbesicherte Kredite (Konsumbereich) oder zum Teil besicherte Kredite (Immobilien, Unternehmen) vergeben, aber es passiert viel im Kryptobereich und ich werde hier auf einige Beispiele, die ich selbst nutze, eingehen.

DeFi und Kredite

Mein Ziel mit diesem Newsletter ist es 1.000.000 Menschen im deutschsprachigen Raum von der Krypto-Welt durch sinnvolle Beiträge und Informationen zu überzeugen. Ich habe mir dazu Gedanken gemacht, wie man z.B. DeFi auf einfache Weise erklären kann, da dies aktuell der Bereich mit dem größten finanziellen Incentive für die meisten ist.

Und damit mit der größten Chance auf Adaption in der breiten Bevölkerung.

Deshalb schreibe ich eine kurze und einfache Erklärung des Unterschieds zwischen DeFi und TradFi. Wenn du diesen kennst, springe einfach zur nächsten Kapitelüberschrift.

Unterschied (Ce)DeFi-TradFi

Um in Deutschland ein Konto zu eröffnen brauchst du derzeit eine Organisation, die eine Banklizenz besitzt. Eine Bank. Die wird von Menschen geleitet die einen Spagat zwischen den Interessen ihrer Kunden und den Interessen ihrer Investoren machen müssen.

Die Bank möchte für die Kontoeröffnung wissen wie du heißt, wo du wohnst und verlangt Nachweise dafür (z.B. Personalausweis). Hast du alles nachgewiesen vertraut dir die Bank in einem gewissen Rahmen und kann dir sogar Geld leihen, dass du dann ausgeben kannst.

Im DeFi (Decentralised Finance) Bereich gibt es auch Organisationen, die dir Geld leihen können. Dafür brauchen sie weder deinen Namen, noch deine Adresse. Ihnen reicht, wenn du dafür etwas als Sicherheit hinterlegen kannst.

Diese Organisationen werden durch ihre Mitglieder geleitet, die durch ihre Stimme Entscheidungen hinsichtlich der Aktivitäten der Organisation beeinflussen können.

Versuch das mal bei deiner Bank, wenn du nicht gerade Großaktionär bist.

Dein Konto im Kryptobereich stellt deine Wallet dar. Du kannst diese kostenlos selbst erstellen und hältst alle Zugangsrechte mit einem Passwort und einem Sicherheitsschlüssel in deinem Besitz.

Im Moment sind im DeFi Bereich nur Kryptowährungen als Sicherheit zugelassen. Und zwar immer mehr als das was du leihen möchtest. Das nennt man einen überbesicherten Kredit.

Jetzt ist die Frage berechtigt: Warum soll ich mir etwas leihen, wenn ich doch mehr besitze, als dass was ich mir leihen kann? Kann ich dann nicht einfach mein Kapital benutzen?

Natürlich kannst du das. Du könntest deine Kryptowährungen verkaufen und dir davon etwas kaufen, deine Steuern bezahlen oder in etwas anderes Investieren.

Wenn du aber daran glaubst, dass der Wert deiner Kryptowährungen in Zukunft steigen wird, du aber JETZT dringend Geld benötigst, dann bietet DeFi eine sinnvolle Alternative dazu.

Folgende Vorteile hast du dadurch:

  • du bleibst weiterhin an der Wertsteigerung deiner Kryptowährungen beteiligt

  • du löst keinen steuerpflichtigen Vorgang aus

  • du musst nicht deine gesamten Finanzen offenlegen

  • du kannst den gesamten Kredit oder Teile davon jederzeit tilgen und zahlst keine Vorfälligkeitsentschädigung

Es gibt noch weitere, aber das sind aus meiner Sicht die Wichtigsten.

Das heißt also, wenn du einen Kredit benötigst, der nur einen Teil deiner aktuellen Kryptowährungen ausmacht, dann kannst du dich schon heute entscheiden, ob du zu einer traditionellen Bank gehst, oder dir das Geld von einer dezentralisierten Organisation wie MakerDAO, Aave oder Compound leihst.

Die User Experience ist im DeFi deutlich angenehmer und vor allem geht alles rasend schnell. Dein Darlehen ist in wenigen Minuten auf deiner Wallet und du kannst es entweder in Fiat-Geld tauschen (€, $ etc.) oder damit machen, was du willst.

Die Projekte arbeiten bereits an Lösungen für unterbesicherte Kredite, aktuell ist mir aber kein Projekt bekannt, das so etwas anbietet.

Ein Kredit, der sich von selbst abbezahlt

Ein besonderes Projekt, dass ich an dieser Stelle erwähnen möchte ist Alchemix. Mit Alchemix kannst du dir einen zinslosen Kredit geben lassen, wenn du dafür eine Sicherheit in Form des Stablecoins DAI hinterlässt. Soweit wenig Neues.

Die Besonderheit ist nun, dass Alchemix deine hinterlegten Stablecoins für dich in anderen DeFi-Projekten anlegt und damit deinen Kredit tilgt.

Also nicht nur zahlst du keine Zinsen, sondern auch die Tilgung des Kredits wird für dich übernommen. Mit den aktuellen Raten bist du so in 1,5-2 Jahren wieder schuldenfrei.

Du kannst es dir wie einen Vorschuss auf die Einnahmen durch deine DAI vorstellen. Natürlich könntest du deine DAI auch verkaufen und dieses Geld verwenden, aber dann hast du unter Umständen einen steuerpflichtigen Vorgang ausgelöst, etc.

In Kürze werden bei Alchemix auch andere Krypto-Assets wie Bitcoin oder Ethereum als Sicherheit zugelassen und dann macht das Ganze noch mehr Sinn. Du profitierst dann weiterhin von der Wertsteigerung. Ich halte dich gerne über die Entwicklung auf dem Laufenden und in Kürze schreibe ich einen ausführlichen Beitrag zu Alchemix mit einer Anleitung und einem konkreten Ausblick.

CeDeFi - der Mittelweg zwischen Banken und DeFi

Centralised DeFi oder CeDeFi ist eine Mischform zwischen traditionellen Banken und dem DeFi-Sektor und erfreut sich derzeit immer steigender Beliebtheit.

Das beruht zum einen an dem scheinbar kleineren Vertrauenssprung und geringeren Risiken, da die Unternehmen von Treuhändern wie z.B. BitGo bis zu einem gewissen Betrag besichert werden. Dass solche Unternehmen ihre gesamten Assets über Nacht verlieren ist sehr unwahrscheinlich, aber wir werden uns später auch anschauen, wie du deine Assets auch selbst auf der Blockchain versichern kannst.

Celsius, Nexo und co

Etwa Mitte 2018 bin ich auf Celsius Network aufmerksam geworden. Celsius ist ein Unternehmen mit Firmensitz u.a. in den USA und UK, das sich darauf spezialisiert hat Kryptowährungen an institutionelle Anleger zu verleihen.

Die Mittel dafür bekommt Celsius von Privatanlegern, die im Gegenzug an 80% der Einnahmen (lt. eigener Aussage) von Celsius durch wöchentliche Ausschüttungen partizipieren. Mittlerweile gibt es weitere Projekte wie Block.Fi, Crypto.com oder Nexo, aber bisher hat meiner Meinung nach keines mit einer solch hohen Transparenz und einer nutzerfreundlichen Gebührenstruktur wie Celsius (keine Gebühren) überzeugt.

Celsius bietet seinen Service seit Anfang 2020 leider nicht mehr in Deutschland an, aber Nexo ist als Alternative einen Blick wert.

 

 

Es gibt besicherte, endfällige Kredite ab ca. 6% mit flexibler Rückzahlung und flexibler Verlängerung der Kreditlaufzeit. Zudem gibt es zwischen 4%-12% Zinsen auf deine Kryptowährungen und Stablecoins und mittlerweile kann man sogar auf seine € bis zu 12% Zinsen bekommen.

Alle Anbieter haben mindestens eine Smartphone App und die meisten bieten auch eine Web-App an.

Die Kredite sind zwar besichert und trotzdem gibt eine (sehr schnelle) Prüfung durch menschliche Mitarbeiter. Der Vorteil ist, dass wenn deine als Sicherheit hinterlegten Kryptowährungen im Preis fallen sollten, Firmen wie Celsius dich durch E-Mails oder sogar Anrufe vor einem möglichen Liquidationsrisiko warnen und du noch die Chance hast Assets nachzuschieben oder deine Kredite ganz oder teilweise zu tilgen.

Im DeFi-Bereich musst du selbst auf die Preise deiner Assets achten und entsprechend Kapital nachschießen oder Kredite zurückzahlen. Ansonsten werden deine Sicherheiten bei Unterschreitung eines gewissen Prozentsatzes verkauft.

Meines Erachtens ist das einer der wichtigsten Unterschiede zwischen DeFi und CeDeFi und sorgt zumindest bei mir für einen ruhigeren Schlaf.

Zwischenfazit

Du siehst also, dass es möglich ist, Kredite bereits jetzt dezentralisiert und sogar ohne konkrete Gegenpartei aufzunehmen. Natürlich ist alles im Kryptobereich mit gewissen Risiken verbunden und so heißt es wie immer DYOR (do your own research).

Depots für Anlagen am traditionellen Finanzmarkt

Hier wird die Luft schon etwas dünner für die Kryptowelt, aber auch bei Anlagen in Aktien etc. gibt es bereits dezentrale Alternativen. Allen voran ist hier das Projekt Synthetix.

 
 
 

Du kannst auf der Plattform bereits heute Rohstoffe wie Gold oder Öl, Währungen und einige ausgewählte Aktien (z.B. Amazon, Apple, Tesla, Netflix, Facebook und Google) als synthetische Versionen der tatsächlichen Assets kaufen und traden.

Du hinterlegst dabei den aktuellen Gegenwert deines gewünschten Assets in einer Kryptowährung und dann wird eine synthetische Version des Assets erzeugt. Alles ist über Smart Contracts gesichert und unterliegt dabei den inhärenten Risiken einer solchen Plattform.

Im CeDeFi bereich bietet die Tauschbörse Binance den Handel mit synthetischen Assets an. Hier vertraust du dem Unternehmen Binance als Gegenpartei, was natürlich auch ein Risiko darstellt.

Insgesamt ist das Thema eher für fortgeschrittene Anwender zu empfehlen. Derzeit bieten immer mehr FinTech-Unternehmen wie zum Beispiel Trade Republic oder Revolut den Handel mit Aktien, Rohstoffen etc. an.

Und aktuell entwickeln sich sowohl die Gebührenstruktur, als auch die User Experience beim Investieren auf Kapitalmärkten zum positiven.

Wenn du aber auch hier unabhängig von Banken sein willst, dann hab nur ein wenig Geduld. Die Geschwindigkeit der Entwicklungen und des Fortschritts im Kryptobereich ist atemberaubend und täglich lese ich von Innovationen oder Verbesserungen bestehender Projekte. 


ÜBER DEN AUTOR

Autor

Dima Vogel

Hallo, ich heiße Dima. Ich bin Familienvater, Unternehmer und leidenschaftlicher Krypto-Investor. Mein wichtigster Wert sind Beziehungen. Also auch die Beziehung zu dir! Dein Vertrauen ist mir sehr wichtig und ich belohne es mit den neuesten und besten Infos zu Kryptowährungen, DeFi, Yield Farming und Co.

SO GELINGT dir DER erfolgreiche EINSTIEG IN DEFI

Hole dir den DeFi-Einsteiger-Workshop und lerne die Grundlagen, die du brauchst, um deine Kryptowährungen für dich arbeiten zu lassen.

© KryptoDad.de